Ich sehe, ich bin wie immer spät dran, aber dann wollen wir es doch mal komplettieren, auch wenn ich leider nicht so geschliffen daher parlieren kann, wie mein werter Kollege an der IKEA-Gitarre:
Einer der Uroldies unserer kleinen Kapelle, drei Akkorde und ein ultraeinfaches Riff, so sieht Punkrock (ist das denn Punk für Dich?) in der Fernsehkopfschen Welt aus. Gleichzeitig ist es der einzige Beitrag von Anne, den sie mit in das pontifikale Oeuvre eingebracht hat, bevor sie sich dem Genie von Herrn Alles beugte und fortan nur noch seine Liedchen trällern wollte. Garniert wird das Ganze mit einem wunderschönen Solo aus der verbotenen Stadt. Fertig. Ich habe im Übrigen keine Ahnung, wann und wo der Song entstanden ist, er hat eine wilde Odyssee durch diverse Vorgängerbands hinter sich, bevor er in dieser wunderbar wundervoll wunderprächtigen Version in der Urbesetzung auf Zellulose gebannt wurde. Aber ich glaube, ich war ziemlich geflasht.
Bleibt natürlich noch der in den Strophen doch recht kryptische Text. Tatsächlich ist er gespickt mit Anekdoten aus dem Privatleben diverser Bandmitglieder, namentlich des kleinen Pittje Pucks, der in Radlerhose und US-Flagge auszog, um seinen Helden nachzueifern und dann sehr schnell ins sogenannte wirkliche Leben zurückgeworfen wurde. Mittlerweile sind wir fast alle in derselben Situation, sodass sich hier die grundsätzlichen Fragen derjenigen stellen, die aus einem unerfindlichen Grund die magischen 27 überlebt haben. Wo komm ich her, wo geh ich hin und wie viel Zeit wird mir noch bleiben? Wie wir wissen, ist Daueronanie auch nicht die Lösung. Wie aber die zwei (oder drei oder vier) Gesichter im Spiegel miteinander vereinbaren, wer kann schon von sich behaupten, das bin ich, hier bin ich echt? Es bleibt beim gleichzeitigen Entweder-Oder, vielleicht auch beim Nicht-Entscheiden-Wollen (frag doch den Waldteufel!).
Bleibt nur der Rückzug in die spießbürgerliche Wohnung und so werden, wie mein Alter ist? Als beamteter linker Spießer der Rebellion abschwören und sein Heil in pseudointellektuellen Weindisputen suchen? Zu Hause die DVD vom SO36-Konzert der Hosen einlegen und verträumt dran denken, wie schön’s doch früher war? Willst Du wirklich noch mit Deiner Turbojugendjacke übers Festivalgelände wanken, wo doch die ersten Freunde tatsächlich zumindest scheintot sind? Entschuldigung, rockt das, dem Nachwuchs des Kumpels von damals den Ramonesschlabberlatz anzuziehen? Hast Du den Stock im Arsch, ist Deine Zeit vorbei, kannst Du über Anvil und Gunter Gabriel milde lächeln? Nein, nein, nein, möchte man schrein. Ich hab noch nicht genug, ich will den Wellen trotzen, ich will ein bisschen Geld, Gold und Glück, ach ja, und Rockschtar wär wirklich auch total dufte, ich will, ich will, ich will. Ach, Menno. Sag, warum kommt da nichts?
Aber wie auch immer Du Dich entscheidest, solange Du das tust, was Du willst, bleibt es deins und es ist doch schön zu wissen, das eins bleibt, wohin das Leben einen auch verschlägt, und das ist: Rock. So hat es sich zumindest für mich bewahrheitet. Und das ist auch schon die ganze Botschaft.
A. Fernsehkopf
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Von Schmalspurgunnern und Gitarrengöttern – Download
Bist Du nur BWLer oder Gitarrengott?
Bist Du wie ’n Schmalspurgunner oder lieber wie Rod?
Fragst Du Dich manchmal selbst: “Verdammt, warum kommt da nix?“
Fragst Du den Waldteufel nach seinen Zaubertricks?
Oh, tu nur, was Du willst und wo Du’ s willst, yeah,
Alles das ist deins, es geht ja nur um
Was Du willst und wo Du’ s willst, yeah,
Selbst wenn Du einst verneinst, eins bleibt das ist –
Rock!
Ist das jetzt Punk für Dich, schon zwei Braten im Rohr?
Ja, bist Du denn kein Christ oder kommt’s mir nur so vor?
Fragst Du Dich oft: „“Hat sich das Leben gegen mich verschworen?
Hab ich noch zwei Gesichter oder hab ich eins verloren?“
Oh, tu nur, was Du willst und wo Du’s willst, yeah,
Alles das ist deins, es geht ja nur um
Was Du willst und wo Du’s willst, yeah,
Selbst wenn Du einst verneinst, eins bleibt das ist –
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